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- Diskussion: Diakonie im Wandel


Impuls zur ersten Etappe der Online-Diskussion zu Gesellschaft und Diakonie im Wandel
Welche praktische Bedeutung haben die christlichen Wurzeln für die Diakonie heute?
Muss die Diakonie zwingend anders sein als andere, insbesondere dann, wenn andere auch gute Arbeit machen? Die Expertise wirft diese Frage auf und fragt weiter: "Was kann anders sein, wenn die Ökonomie unabhängig von Konfession und Tradition Sachzwänge über soziale Dienstleistungen legt?" Eine "evangelische Krankenhaus-OP" gebe es wohl nicht. Maßgeblich ist nicht die Unterscheidung von anderen, sondern die Möglichkeit zur Umsetzung und Organisation der Arbeit nach eigenen ethischen Vorstellungen. Dies habe mit der Suche nach "Alleinstellungsmerkmalen" zunächst nichts zu tun (Expertise, Abs. 10 ff).
Sind alle Mitarbeitenden christlich motiviert?
Die geistliche Grundlage hat für die Diakonie eine hohe Bedeutung, heißt es in der Expertise: "Die Diakonie weiß sich der schöpfungstheologisch gegründeten ‚uneingelösten Utopie humaner Verhältnisse' verpflichtet und sucht ihr in ihrem Handeln zu entsprechen. (3)" Allerdings: Bei den Mitarbeitenden sei von einer Vielfalt an Religiosität und an Motiven des Engagements auszugehen. Eine gemeinsame christliche Orientierung dürfe nicht mehr ohne weiteres unterstellt werden. Die Expertise wirbt für eine Bildungsarbeit in der Diakonie, die christliches Gedankengut deutungsoffen darstellt und Dialoge dazu initiiert. Ein Vorschlag lautet, unterschiedliche weltanschauliche Positionen auf geteilte ethische Grundlagen zu beziehen (wie z. B. die Menschenwürde und Menschenrechte (109)). Solche Vorstellungen beruhten auch auf jüdisch-christlichen Denktraditionen und könnten von dort aus immer wieder neu belebt werden. (Expertise, u. a. Abs. 3 und 109)
Ethische Herausforderungen
Die Relevanz der theologisch-ethischen Kriterien für die diakonische Arbeit ist an ihrer praktischen Wirksamkeit zu messen - so Aussagen in der Expertise. Der ethische Anspruch der Diakonie dürfe nicht auf weiche Betriebsprozesse wie Andachten, theologische Leitbilder und Besuchsdienstgruppen beschränkt werden. Auch in den betrieblichen Kernprozessen und in der Praxis von Erziehung, Pflege, Beratung und Betreuung sollen die ethischen und theologischen Grundlagen der Diakonie sichtbar werden. (Expertise, Abs. 12 ff)
Rückzug aus Arbeitsbereichen?
Ein wirksames Selbstverständnis der Diakonie bedeutet auch, dass die Diakonie sich unter Umständen aus Arbeitsbereichen zurückziehen sollte, wenn unter den gesetzten Rahmenbedingungen keine verantwortbare Qualität der Arbeit erzielt werden kann. (Expertise, Abs. 13 und 18)
Zu diesen Themen findet bis zum 22. Januar ein offener Online-Austausch statt.
Diskussion über die Bedeutung der christlichen Wurzeln für die Diakonie (9. bis 22. Januar)
Aktuell: Diskussion zum Thema "Dienstgemeinschaft und Dritter Weg"
.Spielregeln und Moderation
Dieses Online-Forum dient der offenen Sammlung von Gedanken und Sichtweisen zu den ausgewählten Themen. Die Sammlung soll das Spektrum an Perspektiven erweitern. Das geht am einfachsten in einem kreativen Brainstorming, wo Ideen zum Thema spontan eingebracht werden können, ohne auf andere Einträge eingehen zu müssen. Wo es sich ergibt, kann aber auch vertieft diskutiert werden.
Auch anonyme Einträge sind möglich. Wenn Sie ihre Mailadresse eintragen, erhalten Sie Nachrichten über den Diskussionsverlauf auch per Mail. Die Mailadressen werden nicht veröffentlicht.
Nach Abschluss der Diskussion wird es eine Dokumentation geben, in der die eingebrachten Ideen strukturierter zusammengefasst sind. Damit soll der Aufschlag, der mit der Expertise "Perspektiven der Diakonie im gesellschaftlichen Wandel" begonnen wurde, fortgesetzt und ergänzt werden. Ziel ist, zum Nachdenken über die ausgewählten Themen anzuregen und einer weiteren Verständigung über Selbstverständnis der Diakonie und aktuelle Herausforderungen beizutragen.
Um den Austausch im Forum vor themenfremden Einträgen zu schützen, werden Beiträge verzögert, aber immer zeitnah freigeschaltet.
Beiträge sollen möglichst kurz, auf das Thema bezogen und für Außenstehende nachvollziehbar sein. Schreiben Sie besser mehrere Einzelbeiträge zu unterschiedlichen Aspekten als alle Gedanken in einem langen Text. Dokumente zum Thema können Sie an das Moderationsteam schicken (s. u.) - diese werden dann im Bereich "Sonstiges / Dokumente" verfügbar gemacht.
Unzulässig sind Beiträge mit Vorwürfen gegen konkrete Personen und Einrichtungen: Dieses Forum wird die Klärung konkreter Streitigkeiten nicht leisten können, insbesondere nicht, wenn es strittige Darstellungen von Sachverhalten gibt. Hier empfehlen wir, Fragen und Argumente so einzubringen, dass ein weiterer Austausch möglich ist, ohne dass andere sich in Details eines konkreten Vorgangs einarbeiten müssen.
Moderation der Diskussion
Christian Carls, Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe
c.carls@diakonie-rwl.de
Katja von Damaros, Diakonie Bundesverband
damaros@diakonie.de
Anne Fernandez, Diakonie Bundesverband
a.fernandez@diakonie.de
Diskussion über die Bedeutung der christlichen Wurzeln für die Diakonie (9. bis 22. Januar)
Aktuell: Diskussion zu den "Grenzen des Sozialstaats" (23. Januar bis 5. Februar)