Diakonie-Fachinformationsdienst
Diese erste Etappe der Diskussion lief vom 9. bis 22. Januar. Der Verlauf der Diskussion zur praktischen Bedeutung der christlichen Wurzeln für die Diakonie kann hier noch nachgelesen werden. Weiter zur aktuellen Diskussion über "Dienstgemeinschaft und Dritter Weg"
Rückblick auf die erste DiskussionsetappeWelche praktische Bedeutung haben die christlichen Wurzeln für die Diakonie heute? Einführung ins Diskussionsthema
Themen des Austauschs 1. Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an Diakonie denken? 2. Welche Selbstdarstellungen und Leitbilder in der Diakonie finden Sie besonders gut? 3. Welche Rolle spielt eine christliche Orientierung für Mitarbeitende in der Diakonie? 4. Wie wichtig sind religiöse Bildung und Formen religiöser Praxis für Diakonie-Mitarbeitende?5. Gibt es typische ethische Grenzfälle im sozialen Arbeitsalltag?6. Wo können diakonische Qualitätsvorstellungen nicht mehr erkennbar werden?Dokumente - längere Stellungnahmen und Dokumente zum Thema
Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an Diakonie denken?
Wie beschreiben andere Menschen, die Sie kennen, die Diakonie?
Diakonie ist für mich das der Welt und insbesondere den in und von ihr Marginalisierten zugewandte Gesicht und die ausgestreckte Hand der Kirche. Die diakonische Grundfrage an das Gegenüber finde ich bei Jesus: "Was willst Du, das ich dir tun soll?" Und mein "diakonisches Grundprogramm" steckt in einem englischen Spruch, den mir vor Längerem ein Kollege mitgegeben hat: "Don't push them, don't pull them, try to go along with them!" (übersetzt: Schubs sie nicht vor, zerr sie nicht hinter dir her, versuch, gemeinsam mit ihnen auf dem Weg zu sein!)
Diakonie ist für mich das der Welt und insbesondere den in und von ihr Marginalisierten zugewandte Gesicht und die ausgestreckte Hand der Kirche. Die diakonische Grundfrage an das Gegenüber finde mehr lesen, antworten und bewerten
Da wir uns hier ja in der Subdomain "Theologie & Diakonie" befinden, gebe ich mal weiter, was ich in einer Fortbildung gehört habe, aber absolut treffend finde: "Theologie ohne Diakonie ist Gequatsche und Diakonie ohne Theologie ist Getue."
Da wir uns hier ja in der Subdomain "Theologie & Diakonie" befinden, gebe ich mal weiter, was ich in einer Fortbildung gehört habe, aber absolut treffend finde: "Theologie ohne Diakonie mehr lesen, antworten und bewerten
Klaus Dörner hat diesen Gedanken einmal so formuliert: "Diakonie ohne Kirche verliert den Himmel, Kirche ohne Diakonie verliert die Erde."
Theologisch ist Diakonie ein Wesensmerkmal der Kirche wie Feiern der Gegenwart Gottes, Stiften von Gemeinschaft und Freimut des Bezeugens.
Leider gibt es schon seit Beginn der "organisierten Diakonie" in Deutschland im 19. Jahrhundert eine starke Konkurrenzspannung zwischen der Diakonie und der verfassten Kirche. Dafür gibt es viele auch in der Entstehung der Diakonie neben der Kirche des 18. Jahrhunderts liegende Gründe. Schade ist, dass es in all den Jahren nicht gelungen ist, dieses Konkurrenz-Spannungs-Verhältnis zu bearbeiten und zu lösen.
Theologisch ist Diakonie ein Wesensmerkmal der Kir mehr lesen, antworten und bewerten
Von einer Wäscheleine kann man lernen, wie wichtig Spannung gerade auch sein kann - Elektrizität, Energie lebt gerade von dieser Spannung. Vielleicht ist es weniger die Aufgabe, die Spannung aufzulösen, als vielmehr sie produktiv einzusetzen. Oder: Gemeinsam können wir 'ne Menge bewegen - mehr, als wenn die Spannung zu Gunsten des Einen oder des Anderen aufgehoben würde.
Von einer Wäscheleine kann man lernen, wie wichtig Spannung gerade auch sein kann - Elektrizität, Energie lebt gerade von dieser Spannung. Vielleicht ist es weniger die Aufgabe, die Spannung aufz mehr lesen, antworten und bewerten
Dem ersten Teil Ihrer Anmerkung würde ich zustimmen. In der Tat ist Theologie ohne Diakonie Gequatsche. Dem zweiten Teil könnte ich ohne weiteres nicht zustimmen, da das Tun, das einem anderen hilft, der "unter die Räuber gefallen ist", auch ohne Theologie passieren kann und von den Christen nicht hochmütig als Getue gekennzeichnet werden kann. Das heißt nicht, dass ich die Theologie nicht wichtig finde, aber sie ist nicht konstitutiv für Hilfe.Sie kann helfen zu reflektieren, sie kann Perspektiven eröffnen und sie kann uns aus dem Frust über die gesellschaftlichen Verhältnisse herausholen.
Dem ersten Teil Ihrer Anmerkung würde ich zustimmen. In der Tat ist Theologie ohne Diakonie Gequatsche. Dem zweiten Teil könnte ich ohne weiteres nicht zustimmen, da das Tun, das einem anderen hi mehr lesen, antworten und bewerten
Nicht konstitutiv für Hilfe, aber konstitutiv für Hilfe im christlichen Kontext. Es ist eben ein Samaritaner, der dem hilft, der unter die Räuber gefallen ist - also ein Mann fremder Herkunft. Gerade in Lukas 10,29ff. weist Jesus auf die Verantwortung zum helfenden Handeln. Sicher ist Helfen kein christliches Sondergut, findet es aber im diakonischen Rahmen statt, dann ist es »Wesens- und Lebensäußerung der Kirche«. Das hat nichts mit einer Abwertung der Hilfe außerhalb dieses Rahmens zu tun, sollte aber für Gemeinde, Diakonie und Theologie wegweisend sein.
Nicht konstitutiv für Hilfe, aber konstitutiv für Hilfe im christlichen Kontext. Es ist eben ein Samaritaner, der dem hilft, der unter die Räuber gefallen ist - also ein Mann fremder Herkunft. G mehr lesen, antworten und bewerten
Gequatsche - Getue: Na ja, das hört sich erst mal ja richtig griffig an - auch mit dem Satz von Klaus Dörner ist das so (Himmel und Erde verlieren...). Beim zweiten Hinschauen wird es dann aber schnell schräg. Ich könnte jedenfalls auch nicht zustimmen, dass Theologie ohne Diakonie "Gequatsche" ist. Dazu, mit Verlaub, ist mir der Vorgang des Nach-Denkens, also des Versuches, gedanklich nach-zuzeichnen, was sich von Gott und seiner Bewegung auf seine Welt und uns Menschen hin ereignet, zu wichtig, hilfreich - und doch immer wieder auch not-wendig und heilsam. Mir scheint schon in der Dichotomie eine nicht zielführende Denkfigur zu liegen. "Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich vernommen", heißt es einmal im Psalm. Vielleicht können wir nicht anders, als immer das, was bei Gott (also in Wirklichkeit) eines ist, zweifach zu denken, zu benennen. In der Systematischen Theologie hat man im Hinblick auf die Trinitätslehre einmal gesagt, nach außen hin seien die Werke der Trinität nicht voneinander zu unterscheiden, ungetrennt. Vielleicht können wir davon ja auch etwas lernen: Reden und Tun sind von Gott her durchdrungen, ohne dass es da ein prä, also eine Vorrangstellung gebe. Jedenfalls können sie in gleicher Weise von ihm durchdrungen sein - wie sie auch in gleicher Weise ohne ihn sein können. Sollen sie doch, in gut Lessingscher Manier darum wetteifern, bei wem mehr von Gott zum Vorschein kommt, der jedenfalls für den Menschen immer heilsam ist.
Gequatsche - Getue: Na ja, das hört sich erst mal ja richtig griffig an - auch mit dem Satz von Klaus Dörner ist das so (Himmel und Erde verlieren...). Beim zweiten Hinschauen wird es dann aber s mehr lesen, antworten und bewerten
menschen helfen, die unterstützung brauchen und ihnen selbsthilfe zu ermöglichen.
Das ist eine interessante Fragestellung und es ist eine gute Gelegenheit, über eine Online-Diskussion mit vielen Menschen/Kollegen darüber ins Gespräch zu kommen. Es besteht die gute Chance, mal das eigene regional geprägte Diakoniebewusstsein zu hinterfragen und zu weiten.
Im Alltag stellt das individuelle Verständnis von Diakonie und Kirche den Maßstab für das Handeln im diakonischen Arbeitsfeld dar. Das klingt vielleicht etwas fatal, weil die Grundlage des Handelns "sicherheitshalber" bei allen Mitarbeitenden gleich sein sollte. Da aber im Alltag für einen Austausch bzw. für eine Überprüfung der jeweiligen Grundlage des beruflichen Handelns selten Gelegenheit besteht, ist das eigene (christliche) Gewissen die Instanz fürs Handeln.
Diakonie ist für mich in den letzten Jahren zu einem Stück Heimat geworden, weil ich immer nur bei diakonischen Dienstgebern gearbeitet habe.
Das ist eine interessante Fragestellung und es ist eine gute Gelegenheit, über eine Online-Diskussion mit vielen Menschen/Kollegen darüber ins Gespräch zu kommen. Es besteht die gute Chance, mal mehr lesen, antworten und bewerten
Natürlich, Diakonie das sind doch die Schwestern mit den Häubchen (später habe ich gelernt, dass sich gerade an der Häubchen-Falttechnik die Identität der Diakonissenschaften fest gemacht hat). Im Kindergarten oder in der Gemeindekrankenpflege. Bei uns im Dorf war das Schwester Rosa. Sie ging von Haus zu Haus, hat geholfen, selbstverständlich, aufopfernd. Freilich: Widerworte waren nicht so gefragt bei ihr. Ihre Pflege-Anleitung musste strengstens befolgt werden. Na ja, es hat ja auch geholfen (meistens). Bei meiner Frau im Kindergarten gabs auch die Diakonisse. Eher rauh und wenig herzlich. Wenn ich sie erzählen höre, bin ich froh, dass unsere Kinder solche Diakonissen nicht mehr ertragen mussten zu ihrer Kindergartenzeit - auch wenn sie im Evangelischen Kindergarten waren. Meine Tochter heute ist weit entfernt davon, Diakonisse zu sein - aber sie ist begeisterte Erzieherin. Gut, sie kann auch schon mal ganz schön konsequent sein.
Natürlich, Diakonie das sind doch die Schwestern mit den Häubchen (später habe ich gelernt, dass sich gerade an der Häubchen-Falttechnik die Identität der Diakonissenschaften fest gemacht hat) mehr lesen, antworten und bewerten
Wenn ich an Diakonie denke, fällt mir folgendes ein: Für Ehrenamtliche ist das Motiv "aus Nächstenliebe helfen" der einfachste Weg zum Mitmachen. Er verbindet auf zwanglose Weise die beiden Aspekte "religiös sein" und "etwas Gutes tun". Je kerngemeindlicher die Gesprächspartner, desto größer werden die Vorbehalte gegenüber der Diakonie. Es können dann Begriffe fallen wie "ortsfremde Einflussnahme". Je volkskirchlicher die Gesprächspartner, desto größer ist die Bereitschaft, in der Diakonie die helfende Kirche zu sehen und diakonisches Engagement der Kirche gutzuschreiben.
Wenn ich an Diakonie denke, fällt mir folgendes ein: Für Ehrenamtliche ist das Motiv "aus Nächstenliebe helfen" der einfachste Weg zum Mitmachen. Er verbindet auf zwanglose Weise die beiden Aspe mehr lesen, antworten und bewerten
Diakonie, besteht zum großen Teil aus hauptamtlichen, proffesionellen Mitarbeiterinnen. Ehrenamtliche gibt es zusätzlich in den Gemeinden.
Muss leider Frau Suse Schniz-Beck bei der Unterscheidung zwischen Haupt- und Ehrenamt und der Gewichtung widersprechen. In unserer Gemeinde beträgt der Anteil der ehrenamtlichen Mitarbeiter etwa 90%. Der überwiegende Teil der Ehrenamtlichen ist mit diakonischen Aufgaben (z,B. Hausbesuche, Erledigung von kleinen Dienstleistungen) betraut. Hinzu kommen noch die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen, wie Frauenhilfe, Männertreff, Frauentreff, Internetkurse für Jugendliche oder Kochkurse für Senioren, die alle von Ehrenamtlichen geleitet werden. Auch in anderen evangelischen Gemeinden in unserem Kreis sieht es nicht anders aus.
Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken, weil die finanziellen Mittel zur Einstellung von Hauptamtlichen fehlt.
Muss leider Frau Suse Schniz-Beck bei der Unterscheidung zwischen Haupt- und Ehrenamt und der Gewichtung widersprechen. In unserer Gemeinde beträgt der Anteil der ehrenamtlichen Mitarbeiter etwa 9 mehr lesen, antworten und bewerten
Wenn mich andere fragen, dann sage ich immer: Diakonie ist die Sozialarbeit der evangelischen Kirche. Aber eigentlich verstehe ich unter Diakonie vielmehr. Für mich ist es nicht nur die soziale Seite der Organisation Kirche, sondern die praktische Seite des gelebten christlichen Glaubens. Christlicher Glaube ist keine weltfremde Innerlichkeit, in der es nur um das eigene Seelenheil geht. Diakonie und diakonisches Handeln ist also eine Sache, die jeden Christen und jede Christin angeht. Aus der Erfahrung der gnädigen Liebe Gottes heraus selbst anderen gegenüber liebevoll tätig zu werden, damit beginnt für mich Diakonie.
Organisation, Struktur, Kontrolle und Professionalisierung von Diakonie schließen sich daran an. Das ergibt sich einfach sehr schnell, wenn das persönliche Engagement an seine Grenzen gerät. Deswegen wählte die erste christliche Gemeinde sieben Armenpfleger, deswegen hat Calvin das Amt des Diakon in der Gemeinde benannt und deswegen gibt es heute Diakonische Werke und große soziale Einrichtungen in der Diakonie.
Wenn mich andere fragen, dann sage ich immer: Diakonie ist die Sozialarbeit der evangelischen Kirche. Aber eigentlich verstehe ich unter Diakonie vielmehr. Für mich ist es nicht nur die soziale Se mehr lesen, antworten und bewerten
Der Begriff Diakonie hat immer zwei Dimensionen. Zum einen die gemeindliche Dimension und zum anderen die Institution Diakonie. Dazu gibt es jeweils verschiedene Erwartungen an Struktur und Ämter bzw an kirchlich-diakonisches Engagement vor Ort in einer Kirchengemeinde. Unser Seminar stimmt zu, dass von einem diakonischen Engagement oft nur noch ein "Firmenschild" übrig geblieben ist. Der diakonische Geist, der in den klassischen diakonischen Ämtern zu spüren gewesen ist, muss heute in komplizierten Leitbildprozessen erarbeitet werden. Heute kommt noch hinzu, dass die Ressourcen für die verbliebenen Ämter (Diakone, Gemeindepädagogen...) immer weiter schwinden. Wer soll denn den diakonischen Geist vor Ort noch einmal neu entfachen? Und welche realistischen Erwartungen kann man an diakonische Ämter stellen?
Der Begriff Diakonie hat immer zwei Dimensionen. Zum einen die gemeindliche Dimension und zum anderen die Institution Diakonie. Dazu gibt es jeweils verschiedene Erwartungen an Struktur und Ämter mehr lesen, antworten und bewerten
Sicher sollte ein Christ nicht nur "Hörer des Wortes", sondern auch ein "Täter" sein; der Glaube an den auferstandenen Heiland sollte auch im alltäglichen Leben konkrete Auswirkungen haben; und das mag man dann als Diakonie bezeichnen. Aber ich denke, dass unter "Diakonie" in unserer Gesellschaft maßgeblich die dazugehörigen Organisationen und Strukturen verstanden werden. Und innerhalb dieser "Diakonie" arbeiten in allen Hierarchiestrukturen massenhaft Menschen, für die die Diakonie hauptsächlich einfach nur Arbeitsstelle ist. Und sie arbeiten dort nicht, weil sie sich von Jesus in ihrer Nachfolge dorthin haben führen lassen und ihren Glauben konkret werden lassen wollen. Und das ist auch völlig legitim so. Aber im Rahmen dieser Diakonie und damit letztlich vermeintlich im Namen Jesu geschah und geschieht so viel Unrecht und Unheil und Unmenschliches und Ungöttliches...., dass ich mit dieser Institutionalisierung des Glaubens große Schwierigkeiten habe. Ich fürchte, die Diakonie erweist dem christlichen Glauben manchen Bärendienst, macht Jesus und seiner Liebe und Hingabe Unehre. Das spricht dafür, dass sich die Diakonie von ihren hehren Ansprüchen verabschieden sollte und einfach anerkennen, dass sie sozialer Dienstleister ist und mit anderen im Wettbewerb steht.
Sicher sollte ein Christ nicht nur "Hörer des Wortes", sondern auch ein "Täter" sein; der Glaube an den auferstandenen Heiland sollte auch im alltäglichen Leben konkrete Auswirkungen haben; und mehr lesen, antworten und bewerten
Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einer älteren Frau, die sagte mir: "Früher gab es in unserer Gemeinde eine Diakonisse. Die versorgte mit ihrem Fahrrad die Kranken im ganzen Ort; war Tag und Nacht da. Dann gab es eine zweite Diakonisse, die Leiterin unseres Kindergartens. Über 100 Kinder wurden dort betreut. Beide haben ihre christliche Überzeugung wahrhaft gelebt. Heute macht die Arbeit die Sozialstation. Sie hat 50 Mitarbeiter und besitzt eine Flotte von mindestens 20 Autos. Zwei Kindertagesstätten sind im Ort mit mindestens 40 Mitarbeitenden. Aber keine war so wir unsere Schwestern".
Das Bild der Diakonie vor Ort hat sich verändert. Die ältere Dame beschreibt, wie Diakonie vor Ort wahrgenommen wird. Die Menschen wünschen von der Diakonie, dass sie überzeugend und fachlich kompetent vor Ort / im Ort präsent ist und dort Hilfe leistet, wo es notwendig ist. Unbewusst benennt die Frau, was wir auch gerne als Wesenäußerung der Kirche bezeichnen. Eine aus dem christlichen Glauben heraus agierende Nächstenliebe in der Gemeinde. Gemeinwesenarbeit!
Wir kennen Diakonie als institutionelle, versierte Diakonie, die professionell und effizient unter den Bedingungen des Marktes zu arbeiten hat.
Beides muss zusammengefügt werden. Erlebte Nächstenliebe über Persönlichkeiten in der diakonischen Arbeit und die fachliche Professionalität Von daher darf das eine nicht belächelt und das andere nicht absolutiert werden.
Pfr. Albrecht Bähr
Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einer älteren Frau, die sagte mir: "Früher gab es in unserer Gemeinde eine Diakonisse. Die versorgte mit ihrem Fahrrad die Kranken im ganzen Ort; war Tag un mehr lesen, antworten und bewerten
Die Wahl der Diakone in der Bibel. Es mussten offensichtlich Menschen berufen werden, die sich besonders um die Versorgung der Witwen und Waisen, der Kranken und der Armen kümmerten, da die Gemeindeleitung der ersten Christen es nicht allein schaffte, sich darum zu kümmern. Diese Tradition hat sich in den reformierten Gemeinden gehalten. In meiner Heimatstadt Emden gibt es das so genannte Diakonie Kollegium. Es fällt mir "Schwester Grete", eine Gemeindeschwester, und es fällt mir Theodor Fliedner, Johann Hinrich Wichern ein.
Die Wahl der Diakone in der Bibel. Es mussten offensichtlich Menschen berufen werden, die sich besonders um die Versorgung der Witwen und Waisen, der Kranken und der Armen kümmerten, da die Gemein mehr lesen, antworten und bewerten
Welche Selbstdarstellungen der Diakonie, zum Beispiel Leitbilder, sind Ihnen bekannt?
Welche Leitbilder finden Sie besonders gut? Und was davon wird in der Diakonie am ehesten gelebt?
Welche Leitbilder finden Sie besonders gut? Und was davon wird in der Diakonie am ehest mehr lesen, antworten und bewerten
Schade, dass die Diskussion bisher so unspezifisch ist. Es ist wohl notwendig, das Leitbild der Diakonie christlich zu gestalten, trotzdem wird dieser Verband zunehmend nur noch als Institution wahrgenommen. Bei diakonischen Leitbildern wird der christliche Glaube der Mitarbeiter voraussgesetzt. Ist das von einer multireligiösen Gesellschaft noch leistbar? Wie ist die Umsetzbarkeit gewährleistet und wo bleibt der Anschluss an die Gemeinde? Verpflichtende Fortbildung zum Bereich Christentum und christlicher Glaube wären für alle Mitarbeiter wünschenswert, damit die bestehenden Leitbilder der Diakonie erhalten werden und wieder mehr Einfluss in die tägliche Arbeit nehmen können. Mitarbeiter sollten zu jeder Zeit ein offenes Ohr für die Themen, die die Klienten unbedingt angehen, haben. Letztlich geht es doch darum, worauf wir setzen im Leben und im Sterben.
Schade, dass die Diskussion bisher so unspezifisch ist. Es ist wohl notwendig, das Leitbild der Diakonie christlich zu gestalten, trotzdem wird dieser Verband zunehmend nur noch als Institution wah mehr lesen, antworten und bewerten
Der Idealfall ist, wenn jemand aus Berufung - im Hören auf die Worte der Bibel - diesen Beruf oder dieses Ehrenamt ausübt, auf den Spuren Jesu Christi nachfolgend.
Wie lange orientieren wir uns noch am großen IRGENDWIE (irgendwie anders als Andere)? Wie anders sind wir denn?
...müssen Leitbidler sein. Das sind ja gleich drei Sachen auf einmal, das geht nun wirklich nicht :) Doch geht. Ist aber nicht so einfach. Um so länger Leitbilder sind, umso schwammiger und nichtssagender werden sie. Leitbilder müssen nicht den Konsens formulieren (dann sind sie einfach nur langweilig), sondern sie müssen "ziehen", (am besten nach vorne!), um so tatsächlich leitende Bilder zu sein. Am Thema Leitbilder kann man sich wunderbar abarbeiten (im positiven und negativen Sinne). Hier einmal mein Versuch in dieser Hinsicht: http://diakonisch.wordpress.com/2010/06/02/make-mantra/
...müssen Leitbidler sein. Das sind ja gleich drei Sachen auf einmal, das geht nun wirklich nicht :) Doch geht. Ist aber nicht so einfach. Um so länger Leitbilder sind, umso schwammiger und nicht mehr lesen, antworten und bewerten
Leitbilder sind eine Bündelung von Thesen, Zielen und Bewertungen. Es sind abstrakte Formulierungen, die in praktische Arbeit umgesetzt werden sollen. Das christliche Leitbild der Diakonie hat weiter Gültigkeit, auch wenn es in der täglichen Arbeit in der Außenwirkung nicht immer deutlich wird, daran sollten wir arbeiten. Andere Wohlfahrtsorganisationen orientieren sich ebenfalls an Leitbilder, die Diakonie macht da keine Ausnahme.
Leitbilder sind eine Bündelung von Thesen, Zielen und Bewertungen. Es sind abstrakte Formulierungen, die in praktische Arbeit umgesetzt werden sollen. Das christliche Leitbild der Diakonie hat wei mehr lesen, antworten und bewerten
Ein wichtiger Teil diakonischer Selbstdarstellung ist das blau-weiße Kronenkreuz. Die Leitbilder, vor allen Dingen der Prozess ihrer Erstellung und die darauf berufenden Führungsprozesse und Bildungsinitiativen haben mehr Bedeutung nach innen als nach außen. In dem Maße wie Leitbilder in Handlungsleitlinien übersetzt und operationalisiert sind, tragen sie dazu bei, dass ihre Intentionen auch umgesetzt werden und nach außen ausstrahlen. Je weniger Beschwörung stattfindet, desto größer ist die Chance einer natürlichen und die Adressaten erreichenden Praxis.
Ein wichtiger Teil diakonischer Selbstdarstellung ist das blau-weiße Kronenkreuz. Die Leitbilder, vor allen Dingen der Prozess ihrer Erstellung und die darauf berufenden Führungsprozesse und Bild mehr lesen, antworten und bewerten
Diakonisch geprägte Angebote gibt es dort, wo Mitarbeitende mitgenommen werden in die Grundlagen und den Auftrag unserer Arbeit. Das schließt ein, dass Brüche und Widersprüche dieser Ausgestaltung der Arbeit offensiv, transparent und klar mit Mitarbeitenden besprochen und diskutiert werden.
Diakonisch geprägte Angebote gibt es dort, wo Mitarbeitende mitgenommen werden in die Grundlagen und den Auftrag unserer Arbeit. Das schließt ein, dass Brüche und Widersprüche dieser Ausgestalt mehr lesen, antworten und bewerten
Was motiviert die Mitarbeitenden in der Diakonie?
Welche Rolle spielt dabei eine christliche Orientierung?
Müssen wir nicht auch einen Blick auf die christlichen Wurzeln und Traditionen unserer EINRICHTUNGEN werfen?
Können wir Menschen mit Luftwurzeln im christlichen Glauben akzeptieren?
Im Alten Testament ist die ruah, der Atem Gottes, im Neuen Testament ist das pneuma, der Geist, vornehmste Kundgebung Gottes. Typisch für die "Luft, die alles füllet" ist stets, dass sie dem Menschen unverfügbar ist. Was, wenn Paulus recht hat (in Apostegeschichte) und wir alle "in ihm leben, weben und sind"? Dann kann ich zu Luftwurzeln nur sagen: Halleluja.
Im Alten Testament ist die ruah, der Atem Gottes, im Neuen Testament ist das pneuma, der Geist, vornehmste Kundgebung Gottes. Typisch für die "Luft, die alles füllet" ist stets, dass sie dem Mens mehr lesen, antworten und bewerten
Ist die Tätigkeit in einer sozialen Einrichtung nicht automatisch christlich/diakonischer Dienst?!
Der Heidelberger Neutestamentler Prof. Gerd Theißen hat an der biblischen Erzählung vom Barmherzigen Samariter m.E. sehr gut nachvollziehbar aufgezeigt, dass schon dort christliche und allgemeine menschliche Motivationselemente nebeneinander stehen. Der Samariter lässt sich vom Elend des Überfallenen anrühren. Er hilft aus Mitleid, nicht aus explizit religiöser Motivation. Theißen folgert daraus, dass sich die Geschichte so verstehen lässt, dass die von Gott erwartete Nächstenliebe auch ohne spezifisch religiöse Hilfsmotivation getan werden kann. Da Hilfe und Hilfsmotivation allgemeine menschliche Phänomene sind, folgt für die Diakonie daraus, dass eine ‚analoge‘ Begründung des Helfens aus christlicher und allgemeinmenschlicher Perspektive nicht problematisch, sondern gerade wichtig ist. Auch rein humane Motive können also auch in Bezug auf diakonisches Handeln als wertvoll anerkannt werden. Ich finde den Aufsatz von Prof. Theißen sehr lesenswert, er ist z.B. abgedruckt in: Volker Herrmann/Martin Horstmann, Studienbuch Diakonik, Band 1, Neukirchen-Vluyn 2006, 88-116.
Der Heidelberger Neutestamentler Prof. Gerd Theißen hat an der biblischen Erzählung vom Barmherzigen Samariter m.E. sehr gut nachvollziehbar aufgezeigt, dass schon dort christliche und allgemeine mehr lesen, antworten und bewerten
schmeissen sie die raus, wir schleppen die mit" - dieser Einwurf, gemünzt auf leistungsschwache Mitarbeitende, entzettelte eine Diskussion auf einer Begleitveranstaltung zur Online-Debatte in Düsseldorf. Welche Selbstbilder gibt es hier in der Diakonie? Welche Bilder gibt es von der Hemdsärmeligkeit in der freien Wirtschaft - und wie realistisch sind die? Entsteht hier ein neidischer Blick auf Modelle, die es so in Wahrheit vielleicht gar nicht gibt? Fühlen sich Leitungskräfte durch christliches Profil in der Wahrnehmung unternehmerischer Freiheiten eingeschränkt? Entstehen daraus Impulse, die vermuteten Möglichkeiten von Führungskräften in der freien Wirtschaft auch für sich zu beanspruchen? Können christliche Leitbilder auf diese Weise paradoxe Wirkungen entfalten? Können christliche Leitbilder zum Beispiel den Impuls bei Leitungskräften entfachen, sich von den unterschiedlichsten Erwartungen, wie sich ein christlicher Arbeitgeber zu verhalten hat (z.B. allen Urlaubswünschen zu entsprechen ...), freizuschwimmen? Und kann ein solcher Impuls übers Ziel hinausführen?
(Fragmente aus der Begleitveranstaltung zur Online-Diskussion am 11. Januar in Düsseldorf)
schmeissen sie die raus, wir schleppen die mit" - dieser Einwurf, gemünzt auf leistungsschwache Mitarbeitende, entzettelte eine Diskussion auf einer Begleitveranstaltung zur Online-Debatte in Düs mehr lesen, antworten und bewerten
christliche werte sind sicherlich triebfeder. die christliche orientierung äußert sich für mich nicht im wort und dessen verkündung, sondern in der tat. punkt.
Wie Herr Prof. Beese bereits festgestellt hat, benennen Mitarbeitende unterschiedliche Faktoren, die sie für ihre Arbeit innerhalb der Diakonie motivieren. Bei einer Befragung von Mitarbeitenden, die im Rahmen einer Studie zum Markenbild der Mitarbeitenden in der Diakonie durchgeführt wurde, gab die Mehrheit der Mitarbeitenden an, auch aus dem eigenen Glauben Motivation für diakonische Arbeit zu erhalten. Daneben spielten aber auch andere Faktoren eine Rolle - analog zu den von Herrn Beese genannten Motivationsgründen. Sicherlich können auch nicht explizit christliche Motivationsfaktoren - wie z.B. die Entfaltung persönlicher Gaben - auch christlich interpretiert werden. Das Perspektivpapier weist darauf hin, dass hier eine Möglichkeit besteht, eine christliche Orientierung theologisch neu zu plausibilisieren und anschlussfähig zu machen, indem die "theologischen Spuren" deutungsoffen dargestellt und im Dialog mit den Mitarbeitenden vermittelt werden (Perspektivpapier, S. 64). Wichtig ist jedoch festzuhalten, dass auch nicht explizit christliche Motivationsfaktoren auch ohne christliche Einholung völlig legitime Motive diakonischen Handelns darstellen können.
Wie Herr Prof. Beese bereits festgestellt hat, benennen Mitarbeitende unterschiedliche Faktoren, die sie für ihre Arbeit innerhalb der Diakonie motivieren. Bei einer Befragung von Mitarbeitenden, mehr lesen, antworten und bewerten
Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einer leitenden Mitarbeiterin und fragte sie, wann sie das erste Mal das Wort "Kunde" in unserem Arbeitszusammenhang gehört hat. Ich war sehr verdutzt, als die kompetente Kollegin sagt: "Mir war von Anfang klar: Wir haben die Menschenfreundlichkeit Gottes den Menschen durch unsere Tat zu verkünden. Unsere Arbeit ist so etwas, wie eine Bibelarbeit mit den Händen." Überrascht sagte wandte ich ein "Nein, ich meine doch den "Kunden", der unsere Dienstleistung in Anspruch nimmt." Nun war sie irritiert.
Zwei gleiche Begriffe. Der "Kunde als Konsument unseres vielfältigen diakonischen Angebotes. Die Kunde, die Botschaft der Nächstenliebe als Motor unsers diakonischen Handelns.
Hier ist der Kern dessen, was Mitarbeitende in der Diakonie motivieren sollte. Auf der einen Seite, die mit fachlicher Professionalität geleistete Arbeit, damit gelingendes Leben weiter möglich bleibt. Auf der anderen Seite die Umsetzung der Nächstenliebe um Gottes Willen weil auch er will, dass Leben in Würde gelingt.
Im Idealfall handeln diakonische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ihre Hilfe am Nächsten missionarisch. Deshalb ist es für unsere Mitarbeitenden eine Bereicherung wenn sie die biblischen Wurzeln kennen, aus denen heraus die Diakonie ihre Arbeit legitimiert.
Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einer leitenden Mitarbeiterin und fragte sie, wann sie das erste Mal das Wort "Kunde" in unserem Arbeitszusammenhang gehört hat. Ich war sehr verdutzt, als d mehr lesen, antworten und bewerten
Zu Beginn meiner Tätigkeit bei der Diakonie hatte ich das Bild, dass die meisten Mitarbeitenden bei der Diakonie mit Kirche und Glaube nichts am Hut haben. Mittlerweile muss ich aber sagen, dass war ein Trugbild. Aus meiner subjektiven Wahrnehmung von Mitarbeitenden in den verschiedensten Hierachieebenen, Funktionsbereichen und Arbeitsfelder muss ich heute sagen: ein großer Teil der Mitarbeitenden ist bewusst bei der Diakonie tätig und tut dies mit einer Motivation aus eigenen Glaubensüberzeugungen heraus.
Ich bin immer wieder überrascht wie oft Mitarbeitende von ihrer Prägung in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit erzählen oder berichten, dass sie sich ehrenamtlich in ihrer Gemeinde engagieren oder wenn sie sagen, dass sie bewusst bei der Diakonie arbeiten, weil es hier nicht um Gewinnmaximierung geht.
Das mag ein verzerrtes Bild aus der volkskirchlichen Umgebung in Westdeutschland sein, hat mich aber dazu gebracht, mein altes Vorurteil von den gottlosen Diakoniemitarbeitenden zu revidieren.
Zu Beginn meiner Tätigkeit bei der Diakonie hatte ich das Bild, dass die meisten Mitarbeitenden bei der Diakonie mit Kirche und Glaube nichts am Hut haben. Mittlerweile muss ich aber sagen, dass w mehr lesen, antworten und bewerten
Ich erlebe es auch immer wieder, dass viele Diakonie-Mitarbeiter oft recht deutliche kirchliche/religiöse Bezüge in ihrer Biografie haben. Und oft ist es dann zu einem biografischen Bruch gekommen: durch irgendwelche Enttäuschungen (ob berechtigt oder unberechtgt) hat man sich von der Kirche abgewendet. ..und irgendwann landet man in der Diakonie als Mitarbeiter. Ich meine: nicht ohne Grund, weil sie eben immer noch eine (tiefe) inhaltliche Verbundenheit haben. Ich will damit sagen: Viele Menschen sind ganz bewusst in der Diakonie. Diese Erfahrung habe ich im Laufe der Zeit immer wieder bei Menschen gemacht, von denen ich das im ersten Moment gar nicht erwartet hätte (Schande über mein Schubladendenken!). Es ist ihre Möglichkeit der "christlichen Sache" die Treue zu halten, ohne dies explizieren zu müssen. Das ist viel wert! Empirisch kann ich das nicht belegen, aber ich erlebe das recht häufig.
Ich erlebe es auch immer wieder, dass viele Diakonie-Mitarbeiter oft recht deutliche kirchliche/religiöse Bezüge in ihrer Biografie haben. Und oft ist es dann zu einem biografischen Bruch gekomme mehr lesen, antworten und bewerten
Es wäre schon interessant, darüber nachzudenken, wie weit eine Mitarbeit in der Diakonie für Menschen eine andere Form der Verbundenheit mit Gemeinde Kirche ist. Ich habe auch diese Erfahrung gemacht, dass für viele Christen, die von ihrer Gemeinde enttäuscht sind, die tätige Nächstenliebe in der Diakonie ihren Beitrag und ihre Mitgliedschaft zur Kirche bedeutet. Die tauchen in der Gemeinde dann nur ab und an auf, fühlen sich aber der Kirche verbunden.
Mir ist kein Gemeindeaufbaukonzept bekannt, dass diese Form der "Kirchenmitgliedschaft" explizit in den Blick nimmt.
Es wäre schon interessant, darüber nachzudenken, wie weit eine Mitarbeit in der Diakonie für Menschen eine andere Form der Verbundenheit mit Gemeinde Kirche ist. Ich habe auch diese Erfahrung ge mehr lesen, antworten und bewerten
Mitarbeitende in der Diakonie sind sehr unterschiedlich für ihre Arbeit motiviert: Für sich und die Seinen den Lebensunterhalt zu erarbeiten, persönliche berufliche Ziele zu erreichen, fachlich gute Arbeit zu leisten, bedürftigen Menschen zu helfen, in einer Einrichtung der Kirche mitzumachen, seinen persönlichen Glauben in seinem Handeln zu bewähren, neben Familie und Freizeit auch einen Bereich der Berufstätigkeit zu haben - all das sind vorhandene und völlig legitime Motive. In allen Motiven finden sich christliche Elemente, sei es in der Verantwortung für Ehepartner und Kinder, sei es die Entfaltung der persönlichen Gaben, sei es die tatsächliche, effektive Hilfe für Bedürftige, sei es die Teilhabe am Dienstauftrag der Kirche, sei es das Tun der ausdrücklich als Ausdruck des Glaubens verstandenen guten Werke zum Lob Gottes und zum Wohl der Menschen.
Mitarbeitende in der Diakonie sind sehr unterschiedlich für ihre Arbeit motiviert: Für sich und die Seinen den Lebensunterhalt zu erarbeiten, persönliche berufliche Ziele zu erreichen, fachlich mehr lesen, antworten und bewerten
Es wäre ja auch einmal spannend, zu fragen, was denn die leitenden Motive (Organisationsentwickler sprechen gerne von "Vision" und "Mission") von ganzen Einrichtungen oder deren Trägern sind. Da gibt es vermutlich auch eine ganze Bandbreite, wie Prof. Beese sie hier für einzelne Mitarbeitende benannt hat. Gibt es neben "christlichen" Motiven von Trägern auch weniger christliche oder gar unchristliche? Oder kann man das alles nebeneinander stehen lassen? Wie sieht es etwa aus mit dem Motiv, dass eine Einrichtung mindestens kostendeckend arbeiten muss - oder sogar (kleine) Gewinne machen muss, um auch zukunftsfähig zu bleiben? Gibt es auch Grenzen etwa von "ökonomisch" orientierten Motivlagen? Wenn ja, wo wären diese?
Es wäre ja auch einmal spannend, zu fragen, was denn die leitenden Motive (Organisationsentwickler sprechen gerne von "Vision" und "Mission") von ganzen Einrichtungen oder deren Trägern sind. Da mehr lesen, antworten und bewerten
Ich habe viele Mitarbeitende kennen gelernt, sehr unterschiedliche. Die meisten sehen eine gesellschaftliche oder menschliche Not, leiden daran, haben Mit - Leid und möchten etwas verändern, für mehr Gerechtigkeit, mehr Menschlichkeit sorgen. Das ist die größte Motivation. In diesem Sinn arbeiten sie als Stellvertreter Gottes mit an der Verwirklichung des Reiches Gottes in unserer Welt. Ich glaube nicht, dass alle das so ausdrücken würden, aber das ist - glaube ich - eines der größten Probleme in Kirche und Diakonie, dass wird nicht mehr sprachfähig, nicht mehr auskunftsfähig in eigener Sache sind. Dies trifft meiner Erfahrung nach sowohl auf Theologinnen/Theologen als auch auf andere Mitarbeitende in Kirche und Diakonie zu. Dazu brauchen wir wieder Menschen wie Wichern, Fliedner, von Bodelschwingh oder auch Bonhoeffer.
Ich habe viele Mitarbeitende kennen gelernt, sehr unterschiedliche. Die meisten sehen eine gesellschaftliche oder menschliche Not, leiden daran, haben Mit - Leid und möchten etwas verändern, fà mehr lesen, antworten und bewerten
Mit-Leid. Gerechtigkeit und Menschlichkeit? Kirche als Stellvertreter Gottes? Oder wie Professor Dr. Dieter Beese in seinem Vortrag für das ökumenische Bildungswerk Amelsbüren, 26.10.2011 schreibt: „Ziff: 8.2. Das eigentliche Spielfeld des Glaubens ist der Alltag in Familie, Beruf, Öffentlichkeit und Kirche. Da muss von Christen etwas ausgehen, das den anderen Menschen Lust auf die Sache mit Gott macht: […].“ Lust? Ich kann von dieser Lust, die Gott machen soll, in dem evangelischen Umfeld, in dem ich mich bewege, kaum hiervon etwas verspüren. Einzelne Mutige, ja, die lassen mich hoffen. Da war es weniger Lust auf Gott, vielleicht, doch mehr als Entsetzen, Entsetzen über Ausgrenzung durch Ihresgleichen. Schweigen durch Ihresgleichen. Verhindern durch Ihresgleichen. Aussitzen durch Ihresgleichen. Da wird Bonhoeffers Ethik bemüht, ein Nichtschweiger und man schweigt weiter, nicht Alle, aber fast Alle. Jesus hat auch nicht geschwiegen. Ein unbequemer Jude. „Ich aber sage Euch…!“ Kein „man“ oder „wir“ oder „es“, nein ein „Ich“ - Ani! Ein Bekennender. „Ethischer Grenzfall“, Loyalität zur Kirche, ja, aber bis zur Ausgrenzung Anderer hin, nichts Christliches, nicht das „Amen, ich aber sage Euch…“ Nicht die Nächstenliebe, das „Du sollst Gott von Deinem ganzen Herzen lieben“, wie im „Schmah…“ „Höre Israel“. Es muss ein fremder Gott sein, den die Evangelischen anbeten und verehren, nicht der im „Vater unser…“. Kein Gott der Liebe, des Demuts, der Menschlichkeit, nicht der Gott Israels, den Jesus liebevoll mit Abba – Vater anredete. Es ist ein anderer, ein fremder, ausgezogener, ein lustloser Gott, einer der die neuen Priester sagen ließ „…am 3.4.1928 im Ostern-Brief an die Pfarrer: „Ich habe mich… immer als Antisemit gewusst.“ Es ist ein fremder Gott, der den „ethischen Grenzfall“, der Loyalitätsbekundung, einfordern lässt, bis hin zur Ausgrenzung. „Da muss von Christen etwas ausgehen, das den anderen Menschen Lust auf die Sache mit Gott macht: […].“
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Ich darf auf Anraten der Onlineredaktion zum besseren Verständnis meines Beitrages auf den Artikel verweisen, der unter http://www.freie-juedische-meinung.de/Gemeinden/Bielefeld/Das Kreuz mit der evangelischen Kirche,zu finden ist, der meinen Ausschluss bei der Schlichtungsstelle der Diakonie in Münster zum Thema hat. Hierüber wurde in der Münsterschen Zeitung und in der Jüdischen Zeitung deutschlandweit berichtet.
Ich danke für den Hinweis.
Mit freundlichen Grüßen Alois Samuel Wasser
Ich darf auf Anraten der Onlineredaktion zum besseren Verständnis meines Beitrages auf den Artikel verweisen, der unter mehr lesen, antworten und bewerten
Wie wichtig sind religiöse Bildung, spiritueller Austausch und Formen religiöser Praxis für Diakonie-Mitarbeitende?
"Diakonische Einrichtungen müssen Gelegenheiten schaffen, wo Mitarbeitende über biblische Grundlagen ins Gespräch kommen können" - so und ähnlich lauteten zahlreiche Beiträge in Diskussionsrunden bei der Begleitveranstaltung zum Online-Dialog am 11. Januar in Düsseldorf. Menschen erwarten, dass Mitarbeitende in der Diakonie "sprachfähig sind zu Sinn- und Glaubensfragen", lautete ein Argument. Dabei wurden aber auch Hürden diskutiert, nicht nur finanzielle ("Wie bekomme ich die Zeit für Gesprächsrunden refinanziert"?).
Könnte es sein, dass ein Dialog über "Glaubensfragen" in vielen Einrichtungen der Diakonie besonders gehemmt ist? Gibt es Einrichtungen, wo Dienstrecht, christliche Leitbilder und die Erwartung und Unterstellung, dass Mitarbeitende "christlich motiviert" sind, die Freiheit einschränken, offen über religiöse Sichtweisen zu sprechen? Gibt es Einrichtungen, in denen offener Austausch gefördert und gestaltet wird? Folgt man der Diskussion bei der Veranstaltung: Es gibt beides. Enge kann auch durch voreilige Annahmen von Mitarbeitenden entstehen, was von Ihnen an "Glaube" erwartet wird und was "christlich" ist.
Die Mutmaßungen, was "christlich" sein könnte, fallen individuell sehr unterschiedlich aus, insbesondere, wenn kein kontinuierlicher Dialog zu Sinn- und Glaubensfragen geführt wird oder, wenn Glaube unterstellt, aber keine Idee vermittelt wird, welches christliche Gedankengut im Handeln hilfreich werden kann. "Wir reden immer von niedrigschwelligen Angeboten. Auch religiöser Austausch muss niederschwellig sein", lautete ein Einwurf in der Runde.
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Ich finde es zunächst einmal auch schwer, über den eigenen Glauben zu sprechen. Es ist immer auch etwas Persönliches, Intimes, so ähnlich, wie wenn ich über meine innersten Gefühle spreche. Diese Situation in Kombination mit einem Anstellungsverhältnis ist schwierig. Vielleicht ist es einfacher, wenn Menschen von außen Kurse anbieten, die nicht in einem Dienstverhältnis stehen. Eine langjährige Presbyterin sagte einmal bei einer Bibelarbeit. "Ich kann einfacher über meine Parteizugehörigkeit sprechen als über meinen Glauben." Wir sind es einfach auch nicht mehr gewohnt, darüber zu sprechen und es ist ein Feld, wo viele sich nicht mehr auskennen. Zum christlichen Glauben gehören ja auch Informationen. Diese Informationen sind vielfach auch als "Geheimwissen" behandelt worden. Theologie ist vielfach noch die Burg der Theologinnen und Theologen. Wir haben als Bildungswerk deshalb die "Laienuni Theologie" gegründet. Einige Absolventen dieses 6-semestrigen Studiums (keine Zulassungsvoraussetzungen!) haben mir gesagt, dass sie endlich einmal an Informationen herangekommen sind, die sie in ihrem Leben in der Gemeinde vermisst haben.
Ich finde es zunächst einmal auch schwer, über den eigenen Glauben zu sprechen. Es ist immer auch etwas Persönliches, Intimes, so ähnlich, wie wenn ich über meine innersten Gefühle spreche. D mehr lesen, antworten und bewerten
Achten wir überhaupt das in der Arbeit der Mitarbeitenden bereits sichtbar und erfahrbar werdende VORHANDENE religiöse und diakonische Potential??
Nach meinem Verständnis sind Mitarbeitende in der Diakonie "Botschafterinnen und Botschafter der Liebe Gottes in der Welt", genauso wie Mitarbeitende in der verfassten Kirche und wie jede Christin und jeder Christ an seinem Ort. Damit ihnen dies Freude macht und zu einer gern gelebten Selbstverständlichkeit und nicht zur Last wird, brauchen sie Orte und Räume, in denen sie für sich entdecken, was das für sie bedeutet, und sich mit anderen darüber austauschen können.
Ein diakonisches Unternehmen tut gut daran, seinen Mitarbeitenden Raum und Zeit einzuräumen, die je eigene Position als "Botschafterin und Botschafter der Liebe Gottes" zu finden, und im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen immer wieder neu durchzubuchstabieren, was das im Zusammenhang der je eigenen Arbeit konkret bedeutet. Und es ist wichtig, jeder und jedem die Freiheit zu lassen, wirklich das eigene Verständnis herauszufinden, ohne dass es "unternehmens-richtige Vorgaben" gibt.
Nach meinem Verständnis sind Mitarbeitende in der Diakonie "Botschafterinnen und Botschafter der Liebe Gottes in der Welt", genauso wie Mitarbeitende in der verfassten Kirche und wie jede Christin mehr lesen, antworten und bewerten
Religiöse Bildung, spiritueller Austausch und religiöse Praxis können für Diakonie-Mitarbeitende einen sehr unterschiedlichen Charakter haben. Je nach Form und Gelegenheit können sie als Anregung und Stärkung willkommen sein. Zustimmung finden sympathische Rituale mit christlichem Gehalt z. B. aus persönlichem oder dienstlichem Anlass, sofern sie Zuwendung und persönliche Wertschätzung vermitteln. Sobald religiöse Praxis den Charakter einer Ersatzhandlung für anderweitig unterbliebene Problemlösungen trägt oder das Empfinden einer herrschaftlichen Verhaltenszumutung auslöst, besteht Bedarf zum Nachdenken und zur Veränderung. Mit ganz besonderer Aufmerksamkeit sollten sich Leitungsverantwortliche dann mit religiöser Praxis befassen, wenn diese in Wort und Tat unterbleibt oder erkennbar vermieden wird: Worin ist das begründet, und was sagt dies über die tatsächliche Unternehmenskultur? Wer schämt sich da aus welchen Gründen wofür?
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Ich halte diese Dinge für sehr wichtig. Ich würde wahrscheinlich eher theologische Bildung als religiöse Bildung sagen. Wir brauchen eine gute theologische Grundlage für unser diakonisches Handeln und dieses Wissen brauchen alle Mitarbeitenden, weil wir im evangelischen Bereich vom "Priestertum aller Gläubigen" sprechen. Jede und jeder kann dem anderen ein Priester/eine Priesterin sein: ein(e) Tröster(in), ein(e) Zuhörer(in), ein(e) Helfer(in), ein(e) Mahner(in). Spiritualität ist so ein moderner Begriff geworden, der alles und gar nichts sagt. Ich finde wir müssten neue Formen erfinden, wie wir unserer Zeit angemessen uns die Frage Martin Niemöllers, des ehemaligen Kirchenpräsidenten der hessen-nauischen Kirche, stellen: Was würde Jesus dazu sagen? Dann müssten wir auf der Grundlage der Bibel darüber nachdenken. Dazu gehört auch eine Gottesdienstfeier, gottesdienstliche Praxis, Lieder und Sprache, die allen wieder zugänglich wird.
Ich halte diese Dinge für sehr wichtig. Ich würde wahrscheinlich eher theologische Bildung als religiöse Bildung sagen. Wir brauchen eine gute theologische Grundlage für unser diakonisches H mehr lesen, antworten und bewerten
Ich gebe zu, mit der Formulierung habe ich meine Probleme. Hat sicher mit meiner Biographie zu tun. Aber auf die Formulierung kommt es ja nicht an. Ich stimme Gerrit Heetderks in der Sache auch zu. Ich wünsche mir - nicht über die Bildung hinaus, vielleicht eher neben ihr, sie begleitend - mehr den einfachen Austausch, das "geistliche Gespräch" zwischen Mitarbeitenden. Auch Orte der Besinnung, wo ich nicht gleich zu pädagogischer Höchstleistung auflaufen muss, sondern mich einfach auch einmal fallen lassen kann. Diakonische Identität hat doch auch viel mit "erlebter Entlastung" zu tun, nicht leisten müssen - auch nicht lernen müssen - sondern sein dürfen. Gute Bildung, so wird Gerrit Heetderks vielleicht sagen, steht dazu gerade nich im Widerspruch.
Ich gebe zu, mit der Formulierung habe ich meine Probleme. Hat sicher mit meiner Biographie zu tun. Aber auf die Formulierung kommt es ja nicht an. Ich stimme Gerrit Heetderks in der Sache auch zu. mehr lesen, antworten und bewerten
Es geht auch darum, mit welchem persönlichen Menschenbild, mit welcher Überzeugung, mit welcher Haltung unsere Mitarbeitenden ihre Arbeit tun. Auf diesem Hintergrund halte ich ganz persönlich die gültigen Einstellungsvoraussetzungen im Zusammenhang der ACK Klausel nicht für ein antiquiertes und aufgebbares Relikt aus besseren, aber vergangenen Zeiten. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche bzw. kirchlichen Gemeinschaft, die der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen angeschlossen ist, reicht natürlich nicht aus. Regelmäßige interne Fortbildungen zur diakonischen Orientierung sind in diesem Zusammenhang wesentliche Elemente. Aus meiner Sicht ist es auch die Präsenz und das Gleichgewicht ökonomischer und theologisch-diakonischer Kompetenz auf der obersten Führungsebene von diakonischen Unternehmen von zentraler Bedeutung.
Es geht auch darum, mit welchem persönlichen Menschenbild, mit welcher Überzeugung, mit welcher Haltung unsere Mitarbeitenden ihre Arbeit tun. Auf diesem Hintergrund halte ich ganz persönlich di mehr lesen, antworten und bewerten
Gibt es typische ethische Grenzfälle im sozialen Arbeitsalltag, für die eine Klärung wünschenswert wäre?
Bei der Frage nach ethischen Grenzfällen, frage ich mich, ob es eig. auch so etwas wie eine ethische Qualitätssicherung gibt. Kann mir jemand darauf antworten?
Ethische Grenzfälle begegnen mir z.B. in der Pflege und Betreuung von alten Menschen, wenn nicht deren Bedürfnisse, sondern mehr die der Angehörigen beachtet werden, die vielleicht Schwierigkeiten mit der Bewältigung des Krankheitserlebens ihres Familienangehörigen haben.
Ethische Grenzfälle begegnen mir z.B. in der Pflege und Betreuung von alten Menschen, wenn nicht deren Bedürfnisse, sondern mehr die der Angehörigen beachtet werden, die vielleicht Schwierigkeit mehr lesen, antworten und bewerten
Ein Beispiel für einen ethischen Grenzfall ist die Erwartung an Mitarbeitende in der Diakonie, besondere Loyalitätspflichten zu erfüllen. Dazu gehörten die Mitgliedschaft zur Kirche und das ehrenamtliche Engagement über die reinen beruflichen und fachlichen Pflichten hinaus. Grundsätzlich beruht jede vertragliche Arbeitsbeziehung auf einem freien Entschluss. Und in Kirche und Diakonie sind entsprechende Verhaltenserwartungen auch ausdrücklich beschrieben. Gleichwohl müssen aber im Sinne eines christlichen Freiheitsverständnisses jede Form des Gewissensdrucks und der Verführung zur Selbstausbeutung vermieden werden. Hier dürfte kontinuierlicher Kommunikations- und Führungsbedarf bestehen.
Ein Beispiel für einen ethischen Grenzfall ist die Erwartung an Mitarbeitende in der Diakonie, besondere Loyalitätspflichten zu erfüllen. Dazu gehörten die Mitgliedschaft zur Kirche und das ehr mehr lesen, antworten und bewerten
"Gleichwohl müssen aber im Sinne eines christlichen Freiheitsverständnisses jede Form des Gewissensdrucks und der Verführung zur Selbstausbeutung vermieden werden." Ja, ich habe die Erwartungen an Mitarbeitende, dass sie sich freiwillig engagieren. Was bedeutet denn Gewissendruck? Wenn ich mit Mitarbeitenden darüber ins Gespräch komme? Ich erwarte nicht, dass sie sich in der von mir geleiteten Einrichtung engagieren, aber schon dass sie sich über ihre berufliche Tätigkeit hinaus sich für die Allgemeinheit engagieren. Das christliche Freiheitsverständnis bedeutet doch nicht, dass es keine Erwartungen mehr gibt. Das Freiheitsverständnis ist, "Niemandem untertan" zu sein. Was bedeutet denn sonst Ebenbild Gottes auf und in der Welt zu sein? Was bedeutet die Rede: "Ich bin krank gewesen und ihr habt mich nicht besucht ..."? Was ist denn Verführung zu Selbstausbeutung? Ist es Selbstausbeutung, wenn ich Verantwortung für andere übernehme? In einer Dienstgemeinschaft erwarte ich einfach mehr.
"Gleichwohl müssen aber im Sinne eines christlichen Freiheitsverständnisses jede Form des Gewissensdrucks und der Verführung zur Selbstausbeutung vermieden werden." Ja, ich habe die Erwartungen mehr lesen, antworten und bewerten
Gibt es Arbeitsbereiche, in denen diakonische Qualitätsvorstellungen nicht mehr erkennbar werden können?
Ich arbeite seit 25 Jahren in einem Diakoniewerk und stehe in Verbindung mit vielen Kollegen anderer diakonischer Einrichtungen. Wir sind uns weitgehend darin einig, dass die Entwicklung der letzten 20 Jahre in weiten Teilen der Diakonie konzernähnliche Strukturen hervorgebracht hat und zwar als Antwort auf marktwirtschaftlich-ökonomische Vorgaben im gesamten sozialen Sektor. Die diakonischen Konzerne sehen sich gezwungen auf dem Markt zu behaupten, sie verhalten sich marktkonform. Alle Versuche, dies mit frommen Leitbildern zu verbrämen, wirken wenig überzeugend. Im Zweifel gelten immer die Gesetze der Ökonomie. Bezeichnenderweise hat einer der ganzen großen diakonischen Konzerne kürzlich seinen für die Öffentlichkeit bestimmten Geschäftsbericht mit den Worten begonnen: „Im vergangenen Jahr konnten die Umsatzerlöse um xx % auf soundsoviele hundert Millionen gesteigert werden.“
Meine Erfahrung ist, dass Diakonie im ursprünglichen Sinn und Konzernstrukturen nicht zusammengehen. Diakonie im ursprünglichen Sinn denkt von den Bedürftigen her. Dazu sind Konzerne grundsätzlich nicht in der Lage, auch wenn sie aus Gründen der Selbsterhaltung ständig das Gegenteil behaupten.
Ich arbeite seit 25 Jahren in einem Diakoniewerk und stehe in Verbindung mit vielen Kollegen anderer diakonischer Einrichtungen. Wir sind uns weitgehend darin einig, dass die Entwicklung der letzte mehr lesen, antworten und bewerten
Ich gebe zu, ich kenne dieses innere Grummeln gegen "Konzernstrukturen". Und auch den Verdacht, dass das mit Diakonie eigentlich nicht zusammen geht. Aber es lohnt sich vielleicht doch, mal genauer hinzusehen. Ich habe etwa erlebt, als im nahen Verwandtenkreis jemand in einem Krankenhaus eines wirklichen Konzerns gestorben ist - das Sterben und Abschiednehmen wurde so gut und so menschlich gestaltet, so offen gegenüber uns Angehörigen. Ich habe der Geschäftsleitung geschrieben, ich würde mir - als einer, der selber bei Diakonie arbeitet - wünschen, alle unsere Krankenhäuser würden ein solches Sterben ermöglichen (wobei ich damit nicht sagen will, dass dies nicht vielfältig eben auch geschieht in diakonischen/evangelischen Häusern). Dass eine Einrichtung zu einem großen Konzern gehört, muss nicht heißen, dass sie für Betroffene eine schlechte Leistung anbietet. (Umgekehrt würde es ja heißen, dass gerade - und nur - dort, wo aus spontanem Impuls heraus gehandelt würde, wahrhafte Diakonie geschieht und nur da den Betroffenen wirklich geholfen wird. Da würde ich gerne darauf verweisen, dass nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch schon gut gemacht!)
Ich erlebe es momentan eher so, dass diakonische Einrichtungen in Sachen Konzernstruktur und Konzernverhalten angefragt werden im Hinblick auf ihren Umgang mit Mitarbeitenden. Da wird - gerne von Gewerkschaftsseite, ohne dass für mich überzeugende Argumente vorgebracht werden - der Eindruck vermittelt, Diakonie beute Mitarbeitende aus und habe sich schon ganz auf die Seite der rein ökonomisch denkenden Konzerne geschlagen. Das ist aber auch nur auf den ersten Blick einleuchtend. Denn wer sollte denn an einem "Konzern" Diakonie verdienen? Hier gibt es keine Investoren, keine Shareholder, keine exorbitanten Vorstandsgehälter. Wenn hier also "ökonomisch" gehandelt wird, muss das andere Gründe haben. Und dann erlebe ich, dass nach wie vor die Mehrzahl diakonischer Einrichtungen so überschaubar ist, dass man nun wirklich nicht von Konzern reden kann.
Ich gebe zu, ich kenne dieses innere Grummeln gegen "Konzernstrukturen". Und auch den Verdacht, dass das mit Diakonie eigentlich nicht zusammen geht. Aber es lohnt sich vielleicht doch, mal g mehr lesen, antworten und bewerten
Als Mitarbeiter eines größeren diakonischen Werkes kann ich Ihnen den von "Gewerkschaftsseite vermittelten Eindruck" leider nur bestätigen. Mein Arbeitgeber handelt, was den Umgang mit Mitarbeitern betrifft, nach rein ökonomischen Gesichtspunkten. Da wird, wie jüngst geschehen, die Feiertagszulage fürs Arbeiten an Weihnachten (!) gestrichen, weil man das Geld andersweitig benötigt (derzeit wird ein neues Verwaltungsgebäude errichtet). Dabei geht es nicht um die Befriedigung von Investoren oder Shareholdern, sondern um die "Verteilung" von Ressourcen durch die Geschäftsführung. Ob solches Verhalten als christlich zu bezeichnen ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Als Mitarbeiter eines größeren diakonischen Werkes kann ich Ihnen den von "Gewerkschaftsseite vermittelten Eindruck" leider nur bestätigen. Mein Arbeitgeber handelt, was den Umgang mit Mitarbeit mehr lesen, antworten und bewerten
Ja, das ist wohl so: bei einer Mehrzahl diakonischer Einrichtungen kann man noch (!) nicht von Konzernen sprechen. Ich könnte aber auf Anhieb mehrere Regionen nennen, für die das nicht mehr zutrifft.
Konzerne tun, was Konzerne tun müssen. Sie werden dort tätig, wo es sich lohnt. Wenn sie gut geführt sind, liefern sie qualititativ gute Ergebnisse ab. Das gilt auch für Diakoniekonzerne. Sie konzentrieren sich auf die Arbeitsgebiete, wo es sich (ökonomisch) lohnt und fahren ihr Engagement dort zurück oder geben es ganz auf, wo es sich (ökonomisch) nicht lohnt. Das hat mit Diakonie, wie ich sie aus ihren Ursprüngen heraus verstehe, nichts mehr zu tun.
Ja, das ist wohl so: bei einer Mehrzahl diakonischer Einrichtungen kann man noch (!) nicht von Konzernen sprechen. Ich könnte aber auf Anhieb mehrere Regionen nennen, für die das nicht mehr zutri mehr lesen, antworten und bewerten
Vielen Dank für diesen Beitrag. Das finde ich sehr spannend. Vielleicht sind Sie damit ja einem echten "Proprium der Diakonie" auf der Spur. Vgl. Lukas 6,27ff, von der Feindesliebe: "Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde. 33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch. 34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das Gleiche bekommen. Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein."
Das müsste man jetzt einmal durchbuchstabieren. Das ist eine sehr radikale Anfrage, nicht nur an Konzerne, doch auch an den einzelnen Mitarbeitenden und natürlich auch an die Politik, an viele unrüttelbare Grundannahmen unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Die Frage war ja immer in der Kirchengeschichte, ob, in wie weit diese radikalen Sätze Jesu in unserer realen Welt überhaupt gelebt werden können. Und woher sollte die Motivation dazu kommen? Immerhin, das sehe ich auch so, hat Diakonie zu allen Zeiten (ob im Mönchtum oder bei Wichern) ihren Ausgang immer wieder darin genommen, sich gerade denen zuzuwenden, von denen sich sonst alle abwenden und gerade denen zu helfen, denen keiner hilft. Solche gibt es auch in Zeiten weit gespannter sozialer Netze. Vielleicht sogar zunehmend mehr, weil ja alle denken, es gäbe genügend Auffangnetze - aber die Maschen werden immer weiter und viele fallen durch. So könnte dies eine Art Lakmustest von Diakonie sein: In wieweit sie noch Willens und in der Lage ist, ihren Blick dahin zu wenden, wo noch niemand hinschaut und sich dort zu investieren, wo sich normalerweise Investment nicht lohnt. Ich glaube übrigens, dass die Evangelische Kirche, aber auch die Diakonischen Großdampfer in Sachen Akzeptanz in der Gesellschaft gerade von solcher selbstloser Hinwendung zum Nächsten lebt - auch wenn diese zahlenmäßig klein ist. Eine wichtige Herausforderung an alle Verantwortungsträger, die entscheiden können, wohin sie ihre Ressourcenströme lenken.
Vielen Dank für diesen Beitrag. Das finde ich sehr spannend. Vielleicht sind Sie damit ja einem echten "Proprium der Diakonie" auf der Spur. Vgl. Lukas 6,27ff, von der Feindesliebe: "Und wenn ihr mehr lesen, antworten und bewerten
Um den Gedanken von Volker König weiter fortzusetzen, Vorschlag für eine neue Überschrift: "Sich investieren, wo es sich lohnt". Investition in Hilfe lohnt sich ja gerade da, wo Menschen nicht bereits aufgefangen werden, wo wir "Blick dahin wenden, wo noch niemand hinschaut" und Menschen mit unseren Möglichkeiten wirksam unterstützt und bereichert werden können. Dazu gehört auch das Engagement im öffentlichen Diskurs, damit Hilfebedarfe von Politik wahrgenommen und anerkannt werden und Refinanzierungen und Rahmenbedingungen von Hilfe verbessert werden. Man kann von Politikern nicht erwarten, dass sie von allein alle Hilfebedarfe kennen und anerkennen können, manche haben dazu ja auch zu einseitigen Umgang, außerdem gibt es zu viele komplexe Problemlagen, auch die Diakonie hat nicht alle im Blick. Die Nähe zu vielen Menschen und die breit aufgestellte Erfahrung in der Gestaltung wirksamer Hilfeangebote prädestiniert die Diakonie aber, sich - wie andere Verbände mit anderen Zugängen und Wahrnehmungsmöglichkeiten auch - weiter mit eigenen Mitteln zumindest modellhaft in den Aufbau neuer sozialer Hilfeangebote zu investieren und dies als ein Fundament zu nutzen, um sich wirksam in die politische Entwicklung des Sozialstaats einzubringen. Dies stellt natürlich Anforderungen an die Aufstellung von Diakonie im Zusammenspiel von Einrichtungen, Trägern und Spitzenverbänden.
In der Expertise zu "Perspektiven der Diakonie im gesellschaftlichen Wandel" werde solche Fragen ausführlicher diskutiert, u.a. im Abschnitt 3.5 (Vermarktlichung des Sozialstaats und Ökonomisierung des Sozialen"), wo auch die Problematik nochmal klar beschrieben wird: "Auf der Mikroebene des konkreten betrieblichen Handelns entsteht ein deutlicher Zielkonflikt zwischen einer primär betriebswirtschaftlich ausgerichteten Strategie des operativen Geschäfts und dem christlich geprägten Selbstverständnis, die sozialen Dienstleistungen vorrangig am Wohlergehen der Betroffenen auszurichten und allein daran den dazu erforderlichen Ressourceneinsatz zu orientieren" (142).
Um den Gedanken von Volker König weiter fortzusetzen, Vorschlag für eine neue Überschrift: "Sich investieren, wo es sich lohnt". Investition in Hilfe lohnt sich ja gerade da, wo Menschen nicht b mehr lesen, antworten und bewerten
Aus meiner Sicht nicht! Und wenn doch, kann dies durch ein "gelebtes" Qualitätsmanagement mit sozialethischen Leitlinien der Diakonie positiv verändert werden, unter dem Motto: "Niemanden und nichts aufgeben".
Mein Feedback bezieht sich daher auf den Begriff der Qualität des 6. Impulses: Welche praktische Bedeutung haben die christlichen Wurzeln für die Diakonie heute? Der schlichte Qualitätsbegriff als "qualitas" (lat.), im Sinne von: Beschaffenheit, Merkmal, Eigenschaft oder Zustand, erhält immer dann eine große Bedeutung, wenn er beispielsweise über Organisationen, die als Gesamtsysteme (natürlich wünschenswert guten) strukturellen und inhaltlichen Einfluss auf Menschen nehmen. Daher kommt es sehr wesentlich darauf an, nach welcher Qualitätsphilosophie gearbeitet wird. Der Einfluss eines inhaltlich begründeten Qualitätsmanagementkonzeptes, dass nicht nur top-down verordnet, sondern gleichzeitig auch partnerschaftlich bottom-up, im gemeinsamen Diskurs, erarbeitet wird, kann diakonische Qualitätsvorstellungen in hervorragender Art und Weise vermitteln und implementieren. Dies wird beispielsweise durch die inzwischen fünf Diakonie-Siegel mit großem Erfolg und in beeindruckender Vielfalt praktisch umgesetzt, mit dem Ziel: Eine diakonische Haltungs-, Handlungs- und Kommunikationskultur partizipativ zu entwickeln! Dies ist inzwischen für die Fachbereiche: Pflege, Tageseinrichtungen für Kinder, Vorsorge und Rehabilitation für Mütter/Mutter und Kind, für die medizinische Rehabilitation und für die Fachstelle Sucht herausragend gelungen. Darüber hinaus konnte für den Fachbereich Sozialpsychiatrie sogar ein ökumenisches Qualitätsmanagementkonzept (ProPsychiatrieQualität (PPQ)) mit sozialethischen Leitzielen, im Auftrag der beiden Bundesfachverbände für Behindertenhilfe und Psychiatrie, BeB und CBP , entwickelt- und 2011 bundesweit ein erstes PPQ-Zertifikat an die Bergische Diakonie Aprath verliehen werden Mit anderen Worten: An der "Beschaffenheit" diakonischer Qualität kann systemisch und systematisch positiv "Hand angelegt" werden, ohne, im oben genannten Sinne von Pfarrer Karl Heinersdorff: "Irgendjemanden oder irgendetwas (an diakonischen Arbeitsfeldern) aufgeben zu müssen!"
Aus meiner Sicht nicht! Und wenn doch, kann dies durch ein "gelebtes" Qualitätsmanagement mit sozialethischen Leitlinien der Diakonie positiv verändert werden, unter dem Motto: "Niemanden und nic mehr lesen, antworten und bewerten
In der Geschichte der Diakonie war es vor allen Dingen die Diakonie selbst, die ihre eigenen Qualitätsansprüche verdunkelt hat (Mitwirkung an Euthanasiemaßnahmen, Heimerziehung mit gewalttätigen Übergriffen, religiöse Fremdbestimmung, entmündigende und kollektivierende Führung, politische oder ideologische Anpassung (Antisemitismus, Nationalismus, Ökonomismus), ethnische, sexistische, kulturelle Diskriminierung usw. Die fehlende Erkennbarkeit diakonischer Qualitätsstandards liegt nicht in einem bestimmten Arbeitsbereich selbst begründet. Die Diakonie muss sich vielmehr ihren Auftrag klar gemacht haben. Dann kann sie (in einem unabgeschlossenen Prozess) verantwortlich entscheiden, wie sie einen Arbeitsbereich gestaltet und mit welchen Mitteln sie ihren Auftrag erfüllt.
In der Geschichte der Diakonie war es vor allen Dingen die Diakonie selbst, die ihre eigenen Qualitätsansprüche verdunkelt hat (Mitwirkung an Euthanasiemaßnahmen, Heimerziehung mit gewalttätige mehr lesen, antworten und bewerten
Hier werden längere Stellungnahmen und Dokumente zum Thema gesammelt.
Dokumente zum Einstellen in diesen Bereich können Sie an Anne Fernandez schicken (a.fernandez@diakonie.de).
Dokumente zum Einstellen in diesen Bereich können Sie an Anne Fernandez schicken (mehr lesen, antworten und bewerten
Wilfried Knorr, Herzogsägmühle: Was ist bei uns Evangelisch? (Einladung zum Selberdenken, Powerpoint)
Wilfried Knorr, Herzogsägmühle mehr lesen, antworten und bewerten
Wilfried Knorr, Herzogsägmühle: Was ist bei uns Evangelisch? (pdf)
Die vorliegende Abhandlung versucht eine Orientierungshilfe zu sein bei der Antwortsuche auf die Frage, was an einer Einrichtung der Diakonie denn nun das Evangelische, das Diakonische sei. Weitere Fragen, deren Beantwortung nach der Lektüre Ihnen leichter fallen sollte, sind: Ist nicht Fachlichkeit das entscheidende Qualitätsmerkmal sozialer Arbeit – statt der Betonung eines Diakonischen Profils? Kann man sich nicht auf ein humanistisch-aufgeklärtes Menschenbild verständigen und die weiterführenden religiösen Themen als entbehrlich betrachten? Ist die Konfession tatsächlich von Bedeutung, oder sollten wir -wenn überhaupt-von einer christlichen Einrichtung sprechen?
Wilfried Knorr, Herzogsägmühle: Theologische, ethische, professionelle und wirtschaftliche Aspekte in der Debatte um Inklusion
"Auf der theologischen Ebene stellt sich die Frage: Ist der Mensch vom biblischen Verständnis her auf Selbstbestimmung (als dem zentralen Anliegen der Inklusion) angelegt? Oder eher auf Zugehörigkeit? Kann ein Mensch mit schwerster Mehrfachbehinderung in der kapitalistisch geprägten Leistungsgesellschaft tatsächlich täglich erfahren, dass er Gottes Ebenbild ist und Respekt, Wertschätzung und Anerkennung erfährt – oder braucht es dafür einen beschützenden Rahmen?"
Wilfried Knorr, Herzogsägmühle: Theologische mehr lesen, antworten und bewerten
Beitrag zur Online-Diskussion zu „Perspektiven der Diakonie im gesellschaftlichen Wandel“ von Ulrich Christofczik, Dipl. Sozialwissenschaftler und Diakon
Wie geht Diakonie mit der Herausforderung um, auf der einen Seite hohe christliche, moralische und damit ethische Grundprinzipien zu vertreten, und auf der anderen Seite als Träger von Einrichtungen, als diakonische Unternehmungen, gezwungen sind, immer konsequenter unternehmerisch zu handeln?
Beitrag zur Online-Diskussion zu „Perspektiven de mehr lesen, antworten und bewerten
Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster: Die Schere öffnet sich: Zur Rolle der Diakonie in einer sich polarisierenden Gesellschaft (pdf)
Impuls für die Begleitveranstaltung zur bundesweiten Online-Diskussion „Zukunftsperspektive der Diakonie 2012“ am 11. Januar 2012 in Düsseldorf.
Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster: Die Schere öffnet sich: Zur Rolle der Diakonie in einer sich pol mehr lesen, antworten und bewerten
Eine gekürzte Fassung des Vortrags von Prof. Dr. Huster bei der Begleitveranstaltung am 11. Januar in Düsseldorf ist hier zu finden:
http://youtu.be/KBp3rLjIWrE
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Vielen Dank Herr Prof. Dr. Huster für diesen Beitrag, der im Kontext von zunehmend unsittlicher sozialer Polarisierung sehr klar und schlüssig den Auftrag der Diakonie "im Rahmen ihres Verständnisses von Gottes- und Menschenliebe" zum sozialpolitischen Engagement begründet und zu energischem Einmischen auffordert in die Diskussionen zu den aktuellen Fragen und grundsätzlich zu sozialer Gerechtigkeit.
Vielen Dank Herr Prof. Dr. Huster für diesen Beitrag, der im Kontext von zunehmend unsittlicher sozialer Polarisierung sehr klar und schlüssig den Auftrag der Diakonie "im Rahmen ihres Verständn mehr lesen, antworten und bewerten
Diese erste Etappe der Diskussion lief vom 9. bis 22. Januar. Der Verlauf der Diskussion zur praktischen Bedeutung der christlichen Wurzeln für die Diakonie kann hier noch nachgelesen werden.
Weiter zur aktuellen Diskussion über "Dienstgemeinschaft und Dritter Weg"
Rückblick auf die erste Diskussionsetappe
Welche praktische Bedeutung haben die christlichen Wurzeln für die Diakonie heute?
Einführung ins Diskussionsthema
Themen des Austauschs
1. Was fällt Ihnen zuerst ein, wenn Sie an Diakonie denken?
2. Welche Selbstdarstellungen und Leitbilder in der Diakonie finden Sie besonders gut?
3. Welche Rolle spielt eine christliche Orientierung für Mitarbeitende in der Diakonie?
4. Wie wichtig sind religiöse Bildung und Formen religiöser Praxis für Diakonie-Mitarbeitende?
5. Gibt es typische ethische Grenzfälle im sozialen Arbeitsalltag?
6. Wo können diakonische Qualitätsvorstellungen nicht mehr erkennbar werden?
Dokumente - längere Stellungnahmen und Dokumente zum Thema