Diakonie - Fachtagung zur Kinder- und Jugendrehabilitation am 04.11.2010

Unter dem Titel "Chancen für Kinder eröffnen - Teilhabe durch Kinder- und Jugendrehabilitation" findet am 04.11.2010 eine Fachtagung in Berlin statt.

Texte

Zusammen mit der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation und der Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen veranstaltet das Diakonische Werk der EKD am 04.11.2010 eine Fachtagung zur Kinder- und Jugendrehabilitation. Die Tagung „Chancen für Kinder eröffnen – Teilhabe durch Kinder- und Jugendrehabilitation“ verbindet drei Aspekte:

Erstens geht es um die Diskussion fachlicher Fragen, so werden Überlegungen zur trägerübergreifenden Behandlung und Rehabilitation psychisch kranker Kinder und Jugendlicher zur Diskussion gestellt und es wird nach der zukünftigen Bedeutung der ICF für die Kinderrehabilitation gefragt. Zum zweiten werden rehabilitationspolitische, ökonomische und sozialrechtliche Fragen der Kinderrehabilitation thematisiert. Schließlich und drittens soll die Tagung dem Dialog zwischen Reha-Praktikern, Reha-Trägern, Politik und Selbsthilfe dienen.

Fachlicher und politischer Hintergrund der Tagung ist ein Positionspapier, das unter dem Titel „Memorandum zur Sicherung und Weiterentwicklung der stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen“ vom Diakonischen Werk der EKD und der Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen erarbeitet und  letztes Jahr publiziert wurde.

 

 

1. Die stationäre Kinder- und Jugendrehabilitation ist auf der Grundlage der ICF durchgängig an den Teilhabezielen des SGB IX auszurichten.

 2. Wir setzten uns für eine neue Sensibilität gegenüber dem Rehabilitationsbedarf von Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein.

 3. Die Rechtsanspruch auf Leistungen der stationären medizinischen Rehabilitation von Kinder und Jugendlichen ist wie im SGB V (Gesetzliche Krankenversicherung) auch im SGB VI (Gesetzliche Rentenversicherung) zu stärken und in gemeinsamer Zuständigkeit von gesetzlicher Kranken- und Rentenversicherung sicherzustellen.

 4. Der Zugang zur stationären Kinder- und Jugendrehabilitation, der bislang durch hohe Hürden erschwert ist, ist zu erleichtern.

 5. Das Wunsch- und Wahlrecht (nach § 9 SGB IX) der Kinder und ihrer Eltern ist als ein wichtiges Element der Rehabilitation zu beachten.

 6. Die stationäre Kinder- und Jugendrehabilitation muss in die sich entwickelnden Netzwerke für Kindergesundheit eingebettet werden, Teilhabemanagement und Nachsorge sind zu sichern.

 7. Das Qualitätsmanagement ist ein wichtiges Element für die Entwicklung der Kliniken. In die gemeinsame Qualitätssicherungsstrategie der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sind die Leistungserbringer einzubeziehen.

 8. Der Beitrag der stationären Kinder- und Jugendrehabilitation zur Kindergesundheit ist eine volkswirtschaftlich sinnvolle Investition in die Lebenschancen und Teilhabe am Erwerbsleben der zukünftigen Erwachsenen. Die Budgetierung der Kinder- und Jugendrehabilitation in Trägerschaft der gesetzlichen Rentenversicherung ist aufzuheben. Reha-Träger- und Leistungserbringer müssen sich in Rahmenverhandlungen auf die Grundsätze einer fairen Vergütungsfindung einigen.

 9. Die rehabilitationswissenschaftliche Forschung ist auch in Hinblick auf Fragen des Bedarfs, des Zugangs und der Wirksamkeit  der Kinder- und Jugendrehabilitation auszuweiten und vertiefen.

 10. Das System der medizinischen Rehabilitation braucht eine neue Balance von Wettbewerb und Kooperation durch ein Rahmenvertragsrecht, eine Schiedsstellenregelung und eine gemeinsame demokratische Selbstverwaltung von Reha-Trägern und Leistungserbringern.

 Programm und Anmeldefax zur Tagung am 4.11.2010 sind ebenso wie das „Memorandum“ angehängt.

 

Datum (freigegeben): 
1282218780
Datum (versendet): 
1282723886
Arbeitsfeld:
Eingestellt von:
Veröffentlicht am:
19.08.2010 

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